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Erlebnisberichte

Aletsch Halbmarathon - Europas schönster Halbmarathon mit dem MEDLETIK Laufteam (Bettmeralp, 28.6.2015)

Für alle die leider nicht dabei sein konnten, bzw. überlegen diesen Lauf einmal zu besuchen, hat unser...
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17. Rennsteig-Staffellauf: Blankenstein bis Hörschel (20.06.2015)

Es ist geschafft. Wir haben erneut den Rennsteig mit unserem MEDLETIK Laufteam bezwungen und einen super 44 von 143...
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43. GutsMuths-Rennsteiglauf (09.05.2015)

Über 15.000 Läufer und Wanderer machten sich beim 43. Rennsteiglauf auf den Weg. Kurz nach 8 Uhr, passierte der...
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CrossTraining Thüringen beim 37. Lange-Bahn-Lauf Suhl (18.04.2015)

Auch in diesem Jahr nahmen wir am bekannten Vorbereitungslauf für den Rennsteiglauf teil. In diesem Jahr bildeten...
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Rollstuhlbasketball 

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Wissenswertes
Radfahren – Der Ausgleich zum Laufen
Der wohl größte Unterschied zwischen Laufen und Radfahren aus sportwissenschaftlicher Sicht ist das Tragen des eigenen Körpergewichts beim Laufen. Rollphasen, in denen der Sportler einfach mal die Beine hängen lässt (z. B. beim Bergabfahren), gibt’s beim Laufen nicht und macht es deshalb intensiver. Genauer: eine Stunde Laufen entspricht in etwa zwei Stunden Radfahren auf der Straße oder grob eineinhalb Stunden Mountainbike fahren.

Auch die Gelenke beansprucht der Athlet deshalb beim Laufen auch deutlich mehr. Das ist selbst an aktiven Pausentagen so.

Deshalb bietet es sich ideal an, das Fahrrad als Trainingsmittel in den Trainingsplan zu integrieren. Das macht unter anderem auch in der Wettkampfperiode Sinn, um der Monotonie entgegenzuwirken und Abwechslung zu schaffen.

Die Vorteile: die Gelenke sind einer deutlich geringeren Belastung ausgesetzt, da das Körpergewicht zum größten Teil auf dem Sattel ruht, und die Beanspruchung des Muskelapparates lässt sich dank der Übersetzungsbandbreite der heutigen Fahrradschaltungen sehr fein dosieren.

Doch nicht nur an aktiven Pausentagen bietet sich das Fahrrad an. Auch in den regulären Trainingsplan lässt es sich sehr gut integrieren. So kann der Sportler gerade in der Vorbereitungsperiode lange, extensive Grundlageneinheiten auf dem Rad abspulen oder den Fettstoffwechsel bei deutlich geringer möglicher Belastung als beim Laufen trainieren. Oder in der Übergangsperiode, bei der andere Sportarten für Abwechslung im Trainingsalltag stehen sollen, bietet sich das Radfahren super an.

Athleten sollten auch im Hinterkopf behalten, dass der Organismus durch andere Reize nochmals eine Leistungssteigerung herbeiführen kann. Sportler können z. B. durch Intervalltraining mit dem Fahrrad profitieren, indem sie mit der Rad-Trainingsmethode „Kraft am Berg“ die Abdruckphase beim Laufen verbessern. Hierbei fährt man mit großer Übersetzung, also schwerem Gang, einen langen Berg hinauf. Im Grunde genommen lassen sich nahezu alles Trainingsmethoden vom Laufen auf das Radfahren übertragen. Einfach mal ausprobieren!

Fazit:

Gegen Trainingsmonotonie und zur Abwechslung im Grundlagentraining, zur aktiven Erholung nach intensiven Trainingseinheiten und Wettkämpfen oder als „neuer“ Trainingsreiz zur Leistungssteigerung – Radfahren bietet in vielerlei Hinsicht einen sehr effektiven Ausgleich zum Laufen und lässt sich in alle Trainingsperioden sinnvoll integrieren.

 
Führt intensiver Langstreckenlauf zur Arthrose der Hüft oder Kniegelenke?
Wie viel Training ist möglich, ohne sich langfristig zu schaden? und ist Laufen überhaupt noch gesund sobald die magische Grenze von dreimal Training pro Woche überschritten wird? Das lässt sich leider nicht so leicht beantworten, da auch die Experten auf diesem Gebiet unterschiedlicher Meinung sind. Wir haben für euch einen kurze Übersicht in dieser Thematik zusammengestellt.

 

Eine Reihe von Studien hat belegt, dass intensive sportliche Belastungen den Bewegungsapparat schädigen und zu Arthrosen der belasteten Körperpartien führen kann. Insbesondere in Sportarten, bei denen ein Gegnerkontakt besteht und bei denen schnelle Richtungsänderungen auftreten, resultiert ein erhöhtes Arthroserisiko. So finden sich gerade in Kampf- und Spielsportarten wissenschaftlich gesicherte Hinweise dafür,dass Hüft- oder Kniegelenkarthrosen gehäuft auftreten [1, 2]. Inwieweit Laufbelastungen auch im Hochleistungssport zu Arthrosen der Gelenke der unteren Extremität führen können, wird allerdings kontrovers diskutiert [3].

Eine 2006 veröffentlichte Studie von H. Schmitt, C. Rohs, S. Schneider und M. Clarius untersuchte, welche degenerativen Veränderungen bei ehemaligen Hochleistungssportlern der Sportart Marathon mindestens 10 Jahre nach Beendigung der Hochleistungsphase an Hüft- und Kniegelenken vorliegen und inwieweit sie sich von Normalpersonen unterscheiden [4].

Über einen Zeitraum von 2 Jahren wurden 20 ehemalige Marathonläufer zu einer klinischen und radiologischen Untersuchung einbestellt und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Einschlusskriterien waren: 1. Alle Athleten mussten in der Top- 40-Bestenliste des DLV (Deutscher Leichtathletik-Verband) der Jahre 1972–1986 aufgeführt sein. 2. Nur männliche Athleten wurden berücksichtigt. 3. Das Ende der Hochleistungsphase sollte mindestens 10 Jahre zurückliegen.

Die 20 Hochleistungsmarathonläufer waren zwischen 39-61 Jahre alt, hatten einen BMI zwischen 18,4–27,5 und betrieben zwischen 6–34 Jahre Hochleistungssport. Die persönlichen Bestzeiten für die Marathonstrecke aller Teilnehmer lag zwischen 2:12–2:20 h, das angegebene Laufpensum zwischen 43.680–265.200 km.

Im Ergebnis fand sich eine Arthrose (≥Grad 2) bei 4 (von 20) rechten Hüftgelenken und 6 (von20) linken, eine schwerwiegende Arthrose (≥Grad 3) bei einem rechten und einem linken Hüftgelenk. Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks war bei keinem Athleten erforderlich. Die degenerativen Veränderungen an Kniegelenken waren geringer ausgeprägt. Bei einem Athleten fand sich eine Grad- 2-Arthrose am rechten, bei 2 Athleten am linken Kniegelenk. Betrachtet man die 28 Hüftgelenke von 14 Athleten bzw. Kontrollpersonen, findet sich bei 7 von 28 Hüftgelenken der Athleten eine Arthrose ≥Grad 2, wohingegen bei den Kontrollpersonen ein Hüftgelenk (von 28) eine zweitgradige Arthrose aufweist. Eine schwerwiegende Arthrose (Grad 3) wurde bei 1 Athleten festgestellt.

Schlussfolgerung:

Auch wenn schwerwiegende Arthrosen im Bereich der Hüft- und Kniegelenke in diesem Athletenkollektiv nicht beobachtet wurden, so finden sich bei den Hüftgelenken der Athleten tendenziell stärkere degenerative Veränderungen als bei den wenig sporttreibenden Kontrollpersonen mit gleichen BMI und Alter. Intensive Laufbelastungen im Hochleistungssport scheinen das Auftreten einer Koxarthrose im Vergleich zu wenig sporttreibenden somit zu begünstigen.

Weitere Studien

Was spricht dafür?

Betrachtet man die Intensität und Dauer der Laufbelastung, so zeigte sich bei Athleten mit großer Laufleistung (Marti et al. [5] (n=27, Alter 42 Jahre, Laufleistung 97 km/Woche) eine höhere Inzidenz der Koxarthrose.

Auch Kujala et al. [6] konnten 1994 in einer Querschnittstudie an 1467 ehemaligen Kaderathleten (durchschnittliches Alter 46 Jahre) unterschiedlicher Sportarten und Disziplinen bei Ausdauerathleten ein 1,7fach erhöhtes Koxarthroserisiko im Vergleich zu einem Kontrollkollektiv feststellen.

Cheng et al. [7] fanden in einer prospektiven 10- Jahres-Untersuchung an Freizeitläufern (n>16.000, Selbstauskunft mit Fragebogen ohne klinische oder radiologische Befunderhebung) ein erhöhtes Gonarthroserisiko bei Läufern mit einem Wochenpensum von >20 Meilen.

Was spricht dagegen?

Walter u. Kirschner [3] kamen in einer Übersichtsarbeit zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, durch Laufbelastungen eine Koxarthrose zu verursachen, gering ist und bei kritischer Betrachtung der Datenlage ein Nachweis für Arthrose verursachende Zusammenhänge bei intensiver Laufaktivität nicht besteht.

Es ist davon auszugehen, dass im Gegensatz zu beispielsweise Spielsportarten die geradlinige Belastung ohne oder nur mit geringen Scherkräften, die auf den Knorpel einwirken, beim Laufen keine strukturellen Veränderungen des Knorpels verursachen und somit das Gonarthroserisiko beim Laufen gering ist. Hohmann et al. [8] versuchten durch MRT-Darstellung der Kniegelenke einen Einfluss extremer körperlicher Aktivität (8 Marathonläufer) auf Kniebinnenstrukturen bildgebend darstellen zu können. Strukturveränderungen konnten wie auch in einer Studie von Krampla et al. [9] nicht nachgewiesen werden.

Inwieweit individuelle Faktoren vorhanden sein müssen, Extrembelastungen im Hochleistungssport zu tolerieren, ohne dass es zur Entwicklung einer Arthrose kommt, ist bislang nicht bekannt.

Fazit für die Praxis

Intensive Laufbelastungen können den Bewegungsapparat schädigen. Nach Überprüfung der Studienlage lässt sich sagen, dass gesunde Freizeitsportler kein erhöhtes Risiko haben, eine Koxarthrose oder Gonarthrose durch Laufbelastungen zu entwickeln. Leistungssportler, die über viele Jahre mit hohen Umfängen trainieren, haben ein erhöhtes Risiko, eine Koxarthrose zu entwickeln, wobei schwerwiegende Arthrosen in den untersuchten Kollektiven nur sehr selten auftreten. Ein erhöhtes Gonarthroserisiko für leistungsstarke Läufer kann weder in der Literatur noch im untersuchten Athletenkollektiv der vorgestellten Studie festgestellt werden.

  1. Buckwalter JA (2003) Sports, joint injury, and posttraumatic osteoarthritis. J Orthop Sports Phys Ther 33: 578–588
  2. Lindberg H, Roos H, Gardsell P (1993) Prevalence coxarthrosis in former soccer players. 286 players compared with matched controls. Acta Orthop Scand 64: 165–167
  3. Walther M, Kirschner S (2004) Führt Laufsport vorzeitig u degenerativen Veränderungen am Hüftgelenk? Ein systematischer Review. Z Orthop Ihre Grenzgeb 142: 213–220
  4. H. Schmitt · C. Rohs · S. Schneider · M. Clarius (2006) Führt intensiver Langstreckenlauf zur Arthrose der Hüft oder Kniegelenke? Orthopäde 2006 35:1087–1092
  5. Marti B, Knobloch M, Tschopp A et al. (1989) Is excessive running predictive of degenerative hip disease? Controlled study of former elite athletes. BMJ 299: 91–93
  6. Kujala UM, Kaprio J, Sarna S (1994) Osteoarthritis of weight-bearing joints of lower limbs in former elite male athletes. BMJ 308: 231–234
  7. Cheng Y, Macera CA, Davis DR et al. (2000) Physical activity and self-reported, physician-diagnosed osteoarthritis: physical activity a risk factor? J Clin Epidemiol 53: 315–322
  8. Hohmann E, Wörtler K, Imhoff A (2005) Osteoarthrose durch Langstreckenlaufen? Sportverl Sportschad 19: 89–93
  9. Krampla W, Mayrhofer R, Malcher J et al. (2001) MRimaging of the knee in marathon runners before and after competition. Skeletal Radiol 30: 72–76